Arbeitsgruppe 3 »Freiwilligendienste«
Freiwilligendiensten als eine besondere Form bürgerschaftlichen Engagements kommt ein eigener Stellenwert in der Debatte um Bürgerengagement und die Zukunft der Bürgergesellschaft zu.
Die Förderung von Freiwilligendiensten erfährt in der aktuellen politischen Diskussion eine große Aufmerksamkeit. Hierfür sind im Wesentlichen folgende Gründe maßgeblich: 
 | In der Debatte um eine Stärkung der Bürgergesellschaft wird die Bedeutung der Freiwilligendienste als »Lernorte« für bürgerschaftliches Engagement und gesellschaftliche Partizipation betont. Die in Freiwilligendiensten gemachten Erfahrungen und Bildungsprozesse können zum Ausgangspunkt für ein späteres Engagement werden. Vor diesem Hintergrund sind die Freiwilligendienste eine wichtige Sozialisationsinstanz für bürgerschaftliches Engagement und gemeinwohlorientiertes Handeln. Darüber hinaus kommt den Freiwilligendiensten – so wie sie bislang angelegt sind – auch eine qualifizierende und berufsorientierende Bedeutung zu.
|  | Die Freiwilligendienste eröffnen aber nicht nur individuelle Lernerfahrungen, sondern stellen auch eine besondere Form des bürgerschaftlichen Engagements dar, mit dem die Freiwilligen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und einen Beitrag für das Gemeinwesen erbringen.
|  | Die »Neuentdeckung« der Freiwilligendienste in den öffentlichen Debatten hängt außerdem mit den in Zukunft wahrscheinlich anstehenden Veränderungen bei der Wehrpflicht und deren Auswirkungen auf den Zivildienst zusammen. Insbesondere bei den Verbänden, die Zivildienstleistende beschäftigen, wird darüber nachgedacht, inwieweit möglicherweise weiter zurückgehende Zivildienstressourcen durch den Ausbau von Freiwilligendiensten kompensiert werden können. |

Auch auf Ebene der Europäischen Union, des Europarates und der Vereinten Nationen wird die Bedeutung des Ausbaus und der Stärkung von Freiwilligendiensten als ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung der sozialen Solidarität und zum Aufbau von Zivilgesellschaften erkannt.
Die stärkere Verortung der Freiwilligendienste im Kontext der Bürgergesellschaft, aber auch anstehende Veränderungen im sozialpolitischen Bereich machen Veränderungen und Neuorientierungen erforderlich: Freiwilligendienste sollen demnach nicht nur für junge Menschen eine Möglichkeit sein, sich für die Zivilgesellschaft einzusetzen. Freiwilligendienste sollen für alle Generationen zugänglich gemacht werden. Notwendig sind deshalb flexible Zeitstrukturen und neue Einsatzfelder, die allerdings im gemeinwohlorientierten Bereich angesiedelt sein sollten.
Ein zentrales Anliegen der Arbeitsgruppe besteht in der Vernetzung und Bündelung der unterschiedlichen Formen von Freiwilligendiensten, die sich mittlerweile herausgebildet haben. Die Arbeitsgruppe wird die Entwicklung vernetzter Strukturen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene anregen und mitgestalten und nach Zugangsmöglichkeiten auf lokaler Ebene suchen.
Die Arbeitsgruppe begreift sich als Forum, in dem die anstehenden Diskussionen aufgegriffen werden.
Ziel sind eine Verbesserung der politischen, rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für Freiwilligendienste, sowohl für nationale, als auch für internationale Freiwilligendienste. Die Arbeit des Bundestagsunterausschusses „Bürgerschaftliches Engagement“ und die Arbeit der Kommission der Bundesregierung „Impulse für die Zivilgesellschaft“ wird in diesem Sinne begleitet.
Dabei sollen die Entwicklungen auf der Ebene der EU, des Europarates und der Vereinten Nationen verfolgt und mit den Diskussionen um Freiwilligendienste in Deutschland verbunden werden.
Die Arbeitsgruppe wird sich mit der Wehrpflichtdebatte und ihre Auswirkungen auf für die Zukunft der Freiwilligendienste befassen und entsprechende Szenarien entwickeln.
Darüber hinaus geht es um Beiträge für eine verstärkte öffentliche Bekanntheit und Anerkennung von Freiwilligendiensten.
Als Dialogforum unterschiedlicher Akteure und Formen von Freiwilligendiensten sollen Innovationen im Bereich der Freiwilligendienste angeregt und unterstützt werden. Die Arbeitsgruppe setzt sich für eine Ausweitung von Freiwilligendiensten auf Generationen mittleren Alters und auf Senioren, für eine zeitliche Flexibilisierung sowie neue Tätigkeitsfelder von Freiwilligendiensten ein.
Eine besondere Bedeutung kommt der vernetzten Öffentlichkeitsarbeit zu. Die Arbeitsgruppe will Veranstaltungen initiieren und Kooperationspartner für eine breit angelegte Kampagne suchen. 
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