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Das Spendenvolumen der Deutschen beläuft sich auf rund 4 Mrd. Euro und es stagniert seit einigen Jahren. Die Zahlen stammen aus der Einkommensteuerstatistik des Statistischen Bundesamtes, die Nicole Buschle, Referentin in dieser Behörde, im Hinblick auf das Spendenverhalten untersucht hat. 9 der 27 Millionen Steuerpflichtigen (etwa die Hälfte sind gemeinsam veranlagte Ehegatten) machen Spenden geltend. Deutlich wird auch, dass die Spendenhöhe mit der Höhe des Einkommens steigt. Das gesamte Spendenvolumen beträgt 0,9 Prozent des Einkommens der Steuerpflichtigen. Diesen Anteil will das Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements von 2007 erhöhen. Allerdings liegen hier noch keine belastbaren Daten vor, da die Steuererklärungen für 2007 erst bis zum Jahresende 2008 abgegeben werden müssen.

Gastbeitrag Nicole Buschle unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl23_buschle.pdf

Die GFK in Nürnberg macht eine monatlich sich wiederholende Umfrage bei 10.000 Personen in Deutschland, um mehr über das Spendenverhalten der Deutschen zu erfahren. Das GfK Charity Scope konnte auf diese Weise ermitteln, dass im ersten Halbjahr 2008 verglichen mit dem ersten Halbjahr 2007 das Spendenvolumen deutlich gestiegen ist. Dies kann ein Anzeichen dafür sein, dass die Verbesserung der Situation für Spenden durch das Bundesfinanzministerium erste Früchte trägt. Die Panelumfrage zeigt auch, dass der Spendenmarkt von älteren Personen getragen wird und das größte Spendenvolumen auf den Bereich der humanitären Hilfe fällt. Gerade wenn Themen zum persönlichen Umfeld gehören, dann lassen sich Menschen zum Spenden bewegen.

Gastbeitrag Erik Lämmerzahl unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl23_laemmerzahl.pdf

Spenden sind eine Ausdrucksform der Freiwilligkeit. Damit sind sie Teil der freiwilligen Tätigkeit der Bürgerinnen und Bürger, die im Jahr 2006 in der Schweiz im Rahmen des Freiwilligen-Monitors erfasst wurden. Herbert Ammann, Geschäftsleiter der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SSG), beschreibt in seinem Beitrag die theoretischen und begrifflichen Grundlagen des Freiwilligen-Monitors. Dabei ist die Unterscheidung zwischen formellem und informellem freiwilligem Engagement bedeutsam. Spenden ist zwar ein formeller Akt, doch die informelle freiwillige Arbeit muss immer mitbedacht werden, da sie in der Schweiz die formelle freiwillige Arbeit übersteigt. Zudem ist das Spenden auch durch die besonderen Bedingungen der politischen Kultur der Schweiz geprägt.

Gastbeitrag Herbert Ammann unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl23_ammann.pdf

In Österreich gibt es eine lebendige Spendenkultur und eine große Spendenbereitschaft. Allerdings wird dort das Spenden immer noch als eine Privatsache angesehen. Teilweise liegt das auch daran, dass Spenden nicht steuerlich absetzbar sind. Nur Wissenschaftseinrichtungen können abzugsfähige Spendenbelege ausstellen. Die steuerliche Abzugsfähigkeit von Spenden und ein Spendenrecht sind aktuelle Themen der politischen Agenda. Das Spendenvolumen in Österreich betrug 2007 rund 400 Mio. Euro, etwa 10 Prozent davon gingen steuerbegünstigt an Forschungsvereine. Die Beteiligung an Spenden in der Bevölkerung ist mit rund 80 Prozent sehr hoch, doch im Vergleich mit Deutschland und der Schweiz ist die Höhe der einzelnen Spende sehr niedrig.

Gastbeitrag Gerhard Bittner unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl23_bittner.pdf

Nachdem sich Fälle des missbräuchlichen Umgangs mit personenbezogenen Daten gehäuft haben, will die Politik das Bundesdatenschutzgesetz verschärfen. Insbesondere soll die Weitergabe personenbezogener Daten für Zwecke des Adresshandels, der Werbung oder der Markt- und Meinungsforschung erschwert werden. Daten sollten nur noch weitergegeben und weiterverwendet werden, wenn die Betroffenen ausdrücklich zugestimmt haben. Die Verschärfung gefährdet Organisationen, die auf Spenden und Beiträge von Förderern angewiesen sind. Der Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) und der Deutsche Fundraisingverband (DFRV) konnten bewirken, dass im Referentenentwurf eine Ausnahme für gemeinnützige Organisationen gemacht wird. Diese können weiterhin personenbezogene Daten zur Spendensammlung nutzen.

Stellungnahme VENRO/DFRV unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl23_stellungnahme_dfrv_venro.pdf

Einsätze im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes (EFD) erfreuen sich bei jungen Menschen wachsender Beliebtheit. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervorgeht, nahmen im Jahr 2007 673 deutsche Jugendliche an EFD-Projekten im Ausland teil. Im Jahr 2003 seien es noch 500 gewesen. Im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres gingen im Förderjahrgang 2007/2008 400 Jugendliche ins Ausland, im Rahmen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres waren es 37. Mit dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst seien vom 1. Januar bis 30. September 2008 rund 1.500 Freiwillige ausgereist, heißt es weiter.

Antwort der Bundesregierung unter
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/105/1610542.pdf

Der Unterausschuss des Deutschen Bundestags »Bürgerschaftliches Engagement« hat sich auf seiner 28. Sitzung mit den Themen Transparenz und Publizitätspflichten im und für den Dritten Sektor beschäftigt. Das Protokoll der Sitzung liegt nun vor. Eingeladen waren Vertreter des Deutschen Spendenrates, des DZI und von Transparency International Deutschland. Diskutiert wurden der Umgang mit Spenden und das abnehmende Vertrauen in Organisationen des Dritten Sektors. Gefordert wurde, dass die Transparenz und die Rechenschaftslegung (Accountability) verbessert werden müssen. Wichtig seien Offenlegungspflichten mit bestimmten Mindeststandards. Bewährt habe sich dabei ein Mix aus Selbstregulierung, staatlicher Kontrolle, direkter und geprüfter Transparenz.

Protokoll unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl23_ua_protokoll_28_sitzung.pdf

Auf Initiative der Stiftung Mercator und der VolkswagenStiftung hat sich der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration gegründet. Der Initiative gehören weitere sechs große Stiftungen an. Vorsitzender ist Prof. Dr. Klaus J. Bade, Begründer des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) an der Universität Osnabrück. Zentrale Aufgaben des Sachverständigenrats sind Bestandsaufnahmen, Entwicklungsanalysen, kritische Politikbegleitung und die Information der Öffentlichkeit in den Bereichen Integration und Migration. Es geht darum, kritisch zu beobachten, neutral und methodensicher zu bewerten und handlungsorientiert zu beraten. Dies geschieht durch wissenschaftlich fundierte, politisch neutrale, um Objektivität bemühte Einschätzungen. Der Sachverständigenrat veröffentlicht dazu Jahresberichte, Gutachten und Stellungnahmen zur Entwicklung von Integration und Migration sowie zur Einschätzung von Integrations- und Migrationspolitik.

Weitere Infos unter
http://www.svr-migration.de/?page_id=7

Das Land Baden-Württemberg fördert als eines der ersten Bundesländer bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen im Rahmen regionaler und lokaler Gesamtkonzepte. Mit dem Modellprojekt »Unternehmen BE« werden die Regionen Bodensee, Rhein-Neckar und Südbaden sowie die Städte Reutlingen und Rottenburg gezielt gefördert. Der Infodienst des Landesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement in Baden-Württemberg widmet sich in einer Sonderausgabe dem Thema Coporate Citizenship auf der Landesebene. In der Sonderausgabe werden die Aktivitäten der einzelnen Modellregionen vorgestellt und die Einbindung unternehmerischen Engagements in lokale und regionale Strukturen erläutert. Es sind vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen, die diesen wichtigen Humus bilden. Für diese ist allerdings das amerikanisch geprägte Corporate Citizenship-Konzept gar nicht so wichtig.

Sonderausgabe unter
http://b-b-e.de/uploads/media/nl23_sonderinfodienst_bawue.pdf