Rund 1,7 Millionen Menschen sind im »Blaulicht«-Bereich des Ehrenamtes tätig, also im Rettungswesen, bei der freiwilligen Feuerwehr oder im Katastrophenschutz. Eckhard Otte, Teamleiter Ehrenamt im Generalsekretariat des »Deutschen Roten Kreuzes«, beschreibt im BBE-Gastbeitrag die Eckpfeiler dieses Engagementbereiches. Er erinnert daran, dass die traditionell gewachsenen Hilfsorganisationen – trotz der beispielsweise über Freiwilligenagenturen vermittelten neuen Engagementformen – »rein zahlenmäßig ganz oben stehen«.
Der Malteser Hilfsdienst wurde im Jahr 1953 als katholische Hilfsorganisation vom »Malteser Hilfsorden« und der »Deutschen Caritas« gegründet. Heute sind in den verschiedenen Bereichen der »Malteser« 34.000 Ehrenamtliche tätig. Allein der Rettungsdienst hat rund 540.000 Einsätze jährlich. Im ihrem Beitrag beschreiben Klaus Albert, Referent für den Rettungsdienst und Katastrophenschutz bei den Maltesern im Generalsekretariat, und Klaus Runggaldier, Abteilungsleiter Rettungsdienst der Malteser auf Bundesebene, die Arbeit Ihrer Organisation.
Die weltweit größte Wasserrettungsorganisation ist die »Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft« (DLRG) mit über 900.000 Mitgliedern. Allein im letzten Jahr haben 62.000 Rettungsschwimmer in 2,2 Millionen Wachstunden die Bade-Gewässer in ganz Deutschland sicherer gemacht. Auch beim Hochwasser- oder Katastrophenschutz übernehmen die Freiwilligen der im Jahr 1913 gegründeten Organisation wichtige Aufgaben. Martin Janssen erläutert im BBE-Gastbeitrag die Arbeit der DLRG.
Nur wenige große Städte haben eine hauptamtliche Feuerwehr – in den meisten Regionen Deutschlands ist die freiwillige Feuerwehr die wichtigste Stütze des Brandschutzes. Über eine Million Menschen engagieren sich in der Freiwilligen Feuerwehr. Allerdings geht die Personalstärke dieser wichtigen Stütze des Gemeinwesens rapide zurück. In einem neuen Projekt wird versucht, bislang unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen – wie zum Beispiel Frauen und Migranten – für die Arbeit der Feuerwehren zu interessieren. Darüber berichtet Silvia Darmstädter, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Deutscher Feuerwehrverband in ihrem Beitrag.
800 Hauptamtliche und 80.000 ehrenamtliche Mitarbeiter machen das »Technische Hilfswerk« (THW) zum festen Bestandteil des örtlichen Bevölkerungsschutzes. Auf Anforderung von Polizei oder Feuerwehr rücken die THWler aus, um Hochwasser, Feuer oder Chemikalien zu bekämpfen, um Trinkwasser aufzubereiten oder Verschüttete zu bergen. Allein die ehrenamtlichen Helfer bringen es auf über eine Million Einsatzstunden im Jahr. Im BBE-Gastbeitrag beschreibt Christoph Gawin Struktur und Arbeitsweise des THW.
Über 60 Ehrenamtliche Helfer arbeiten im Ortsverband Bremen-Ost des »Arbeiter-Samariter-Bundes« (ASB) im Sanitätsdienst. Kay Bultmann vom ASB beschreibt im BBE-Gastbeitrag den Alltag eines ASB-Freiwilligen vor Ort - vom Dienst im Krankenwagen über die Betreuung eines Großkonzerts mit 12.000 Teilnehmern bis zu vielfältig angebotenen Weiterbildungsmöglichkeiten.
Am 10. September veröffentlichte die Bundesregierung den Referentenentwurf zur Pflegereform. Dazu hat die Arbeitsgruppe 7 vor einiger Zeit ein Impulspapier verfasst. In diesem Licht kommentiert die AG 7 nun den Referentenentwurf. Erfreulich sei, so Arbeitsgruppensprecher Stefan Sandbrink, dass in den Entwurf die Förderung ehrenamtlicher Strukturen sowie der Selbsthilfe aufgenommen wurden. Problematischer sieht die AG 7 die Finanzierungspläne, es werde »sehr auf die Details der Umsetzung in der Praxis ankommen.«
Impulspapier vom September 2007 (PDF 5 Seiten, 35,6 KB) Referentenentwurf zur Pflegereform (PDF ACHTUNG!! 260 Seiten, 549KB) Kontakt sandbrink(at)asb-nw.de
Das »Berliner Islamforum« hat einen Leitfaden vorgelegt, in dem Kooperationsbeispiele für die Zusammenarbeit mit islamischen Initiativen vor Ort beschrieben werden. In der 32-seitigen Broschüre werden neben guten Beispielen der Zusammenarbeit auch Grundsätze der guten Zusammenarbeit im Stadtteil aufgeführt. Das 2005 gegründete »Islamforum Berlin« ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem »Beauftragten des Senats von Berlin für Integration und Migration« und der »Muslimischen Akademie in Deutschland«.
»Großes brachliegendes Potenzial für Wirtschaft und Gesellschaft« stellt eine Studie in Bezug auf bezahlte oder ehrenamtlich tätige Rentner fest. Für die Untersuchung wurden 150 ältere aktive Menschen nach ihren Erwartungen an eine Tätigkeit befragt. In der Studie wird prognostiziert, dass in Zukunft ältere Menschen aus ökonomischen Gründen auf zusätzliche Arbeit angewiesen sein werden. Die Studie wurde von der »Geneva Association« einer Einrichtung der weltweit größten Versicherer und der Leuphana Universität Lüneburg erstellt.
Jugendliche, die ehrenamtlich aktiv sind, finden leichter eine Lehrstelle. Das stellt eine Untersuchung des »Bundesinstituts für Berufsbildung« (BIBB) fest, die auf einer repräsentativen Befragung von über 2.600 Haupt- und Realschulabsolventen beruht. Für diese Besserstellung nennt die Studie drei Gründe: Zum Ersten lernen die Jugendlichen im Engagement wichtige soziale und organisatorische Fertigkeiten, zum Zweiten können sie durch das Engagement ihre Bewerbungsunterlagen aufbessern und zum Dritten lernen sie durch das Engagement Menschen kennen, die ihnen helfen können.
Deutsche Anbieter von Jugendbegegnungen, die in folgenden Ländern eine Jugendbegegnung durchführen wollen, können sich um EU-Mittel bewerben: Algerien, Israel, Jordanien, Libanon, Marokko, Palästinensische Behörde für den Gazastreifen und das Westjordanland, Syrien sowie Tunesien. Die Finanzierung erfolgt über das »Euromed Youth III Programme«. Der Bewerbungsschluss für die Ausschreibungen ist im November 2007.
Rund 500 Gäste aus Politik, Medien und Kultur feierten vergangenen Freitag im Tipi am Kanzleramt den Auftakt der Woche des bürgerschaftlichen Engagements 2007. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen erklärte anlässlich der Eröffnung der diesjährigen Woche des bürgerschaftlichen Engagements in Berlin: »Immer mehr Männer, Frauen, Jugendliche und auch Kinder erkennen: Es tut gut, sich für andere einzusetzen.« Das BBE als ein Netzwerk der Netzwerke, so die Ministerin, unterstütze mit seiner Kampagne die Unterstützer des Engagements. »Wer unterstützt, wird unterstützt!«, sagte von der Leyen im Rahmen der Auftaktveranstaltung. Die Siegerprojekte der Initiative »Jugend hilft!« wurden von prominenten Laudatoren ausgezeichnet. Die Band Culcha Candela spielte ihren Top-Hit »Hammer«. Durch das Programm führten Cherno Jobatey und Andreas Lukoschik.
Berlin, 9. Oktober 2007. Der Koordinierungsausschuss des BBE, das oberste Leitungsgremium des BBE, trifft sich zu seiner 4. Sitzung, um die BBE- Mitgliederversammlung im November vorzubereiten. Auf der Tagesordnung stehen neben den Berichten aus der Geschäftsstelle und den Arbeitsgruppen die Initiative ZivilEngagement »Miteinander-Füreinander«, die Reform des Gemeinnützigkeits- und Spendenrechts sowie eine erste Bilanz der Aktionswoche. Um Ergänzungen der Tagesordnung wird bis zum 25. September gebeten.
Der BBE-Sprecherrat hat sich im Rahmen einer Klausurtagung am Freitag, dem 7. September, mit dem neuen »Bundesbeauftragten für ZivilEngagement«, Dr. Hans Fleisch, zu einem ersten Gedankenaustausch getroffen. Gegenstand des Gesprächs waren die Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend »ZivilEngagement - Miteinander - Füreinander«, die Ziele der künftigen Engagementförderung und mögliche Schwerpunkte gemeinsamer Maßnahmen. Der Sprecherrat des BBE unterstrich in diesem Gespräch die Bedeutung des BBE als eines gemeinsamen Netzwerks von Akteuren aus Bürgergesellschaft, Staat und Wirtschaft bei der Vernetzung gemeinsamer Förderinitiativen. Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Gespräche weitergeführt und vertieft werden müssen.
Mit dem Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wurde Leoni Heister, Vertreterin des Borromäusvereins im Koordinierungsausschuss des BBE ausgezeichnet. Die Auszeichnung durch Bundespräsident Horst Köhler gilt Frau Heisters vielfältigem, ehrenamtlichen Engagement. Sie leitet die Katholische öffentliche Bücherei in Biebesheim (Bistum Mainz) und wirkt als Referentin in der Ausbildung ehrenamtlicher Büchereimitarbeiter. Neben der überregionalen Lobbyarbeit für die katholische Büchereiarbeit gehören die Leseförderung in Zusammenarbeit mit Kindergarten und Schule sowie die aufsuchende Büchereiarbeit zu den besonderen Aktivitäten von Frau Heister und ihrem Büchereiteam.
Berlin, 8. bis 10. November 2007. Zur Veranstaltung »Bewegte Zeiten im Blick. Protestbewegungen als Thema der politischen Jugendbildung« lädt die »Evangelische Akademie zu Berlin« ein. Thema ist, wie Protestbewegungen Jugendliche zur politischen Auseinandersetzung einladen können und was die Aufgabe von Jugendbildnern dabei sein kann.
Berlin, 16. November 2007. Dem positiven Ton, in dem über Bürgerengagement gesprochen wird, stehen nach Ansicht der Workshop-Anbieter des »vhw - Bundesverband für Wohneigentum und Stadtentwicklung« viele Probleme gegenüber. Diese sollen auf der Veranstaltung »Wenn alle das Beste wollen ... und Bürgerorientierung dennoch zum Problem wird. Stolpersteine, Missverständnisse - und Möglichkeiten, mit ihnen umzugehen« benannt werden.
Bis 30. September 2007. Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren können sich noch für eine norwegisch-deutsche Jugendbegegnung zum Thema »Jugendliches Engagement für Klima Umweltschutz Energie« bewerben. Veranstalter ist das »Deutsch-Norwegische Jugendforum«.
Bis 31. Oktober 2007. Einen mit 25.000 Euro dotierten Preis für Stiftungen, die zukunftsweisend zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen beitragen wollen, schreibt die »Feri Finance Group« aus. Der Preis wird gemeinsam mit dem »Maecenata Institut« vergeben.
Bis 31.Dezember 2007. Projekte, in denen sich Kinder und Jugendliche um den Gewaltabbau und eine bessere Streitkultur bemühen, können mit dem »Hans-Götzelmann-Preis für Streitkultur« ausgezeichnet werden. Er ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.
Der nächste Newsletter erscheint in 14 Tagen am 4. Oktober 2007. Redaktionsschluss ist der 27. September. Bitte schicken Sie Ihre Informationen an newsletter@b-b-e.de.
Redaktion Dr. Ansgar Klein und Anna Kaldewey für das BBE. Christoph Dowe für die Stiftung MITARBEIT.